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Gestatten: Das meistgeschmuggelte Säugetier der Erde / Welt-Schuppentiertag (15.02.): Illegaler Schuppentierhandel boomt weiter

14.02.2020 | 09:42 Uhr | Ressort: Vermischtes | Quelle: Presseportal


Berlin (ots) - Schuppentiere gelten weiterhin als die meistgeschmuggelten
Säugetiere der Welt, so der WWF vor dem Welt-Schuppentiertag (15. Februar).
"Trotz internationalem Handelsverbot beschlagnahmten die Behörden weltweit
allein in den letzten beiden Jahren über 130.000 Tonnen an Schuppentierschuppen.
Daneben wird auch Fleisch geschmuggelt und gehandelt", berichtet Katharina
Trump, Expertin für illegalen Artenhandel von der Umweltschutzorganisation WWF.
Auf Basis einer jüngsten Veröffentlichung chinesischer Wissenschaftler gibt es
Anhaltspunkte, dass das Corona-Virus, Covid19, ursprünglich aus einem
Schuppentier stammen könnte. Die auch als Pangoline bezeichneten Insektenfresser
sind dadurch in den letzten Tagen stärker bekannt geworden.

"Der globale, illegale Handel mit Wildtieren bedroht unzählige Arten - darunter
auch die Schuppentiere. Der aktuelle Corona-Fall zeigt dabei auf dramatische
Weise, dass die Konsequenzen des illegalen Geschäfts weit über den Verlust
unserer Biodiversität hinausgehen", so Trump weiter.

Insbesondere im asiatischen, aber auch afrikanischen Raum gibt es große
Abnehmermärkte für die schuppigen Tiere. Ihr Fleisch gilt in einigen Ländern als
Delikatesse oder wird als Buschfleisch verzehrt. Die Schuppen sind gefragt zur
Verwendung in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese Faktoren führten in
den letzten Jahren zu Rekordbeschlagnahmungen. "2019 wurden in Singapur mit
einer Fracht beinahe 12 Tonnen Schuppen sichergestellt. Bei nur wenigen
Kilogramm Schuppen pro Tier sind das mehrere Tausend Tiere", fasst Katharina
Trump zusammen. Jüngste Analysen der weltweiten Beschlagnahmungen von
Schuppentierschuppen zeigen eine merkliche Zunahme der Schmuggelvolumen.
Nigeria, Vietnam und China stehen dabei ganz oben auf der Liste der involvierten
Länder.

Beim internationalen, illegalen Handel mit den Tieren spielt sogar Deutschland
eine Rolle als Transitland. Von 2010 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt 39
Mal Schuppentierschuppen oder andere Schuppentier-Produkte beschlagnahmt, so der
WWF. Die dabei sichergestellte Menge entspricht etwa 737 toten Tieren.

Hintergrund Schuppentiere:

Insgesamt gibt es acht verschiedene Pangolin-Arten, je vier in Asien und Afrika.
Die scheuen und meist nachtaktiven Insektenfresser leben in Wäldern, Buschland
und Savannen. Sie ernähren sich von Ameisen und Termiten. Die meisten Arten sind
etwa so groß wie Hauskatzen, einige afrikanische Arten können aber ein Gewicht
von 20 bis 30 Kilogramm erreichen.

Seit Anfang 2017 sind sie auf Anhang I des Washingtoner
Artenschutzübereinkommens (CITES) geführt und erhalten damit den höchsten
Schutzstatus - ein komplettes Verbot des kommerziellen internationalen Handels.
Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind alle Arten als bedroht
gelistet. Jüngst wurden drei Arten sogar in ihrem Bedrohungsstatus hochgestuft.
Da die asiatischen Schuppentierbestände bereits stark dezimiert sind, werden
zunehmend afrikanische Arten nach Asien geschmuggelt.

Pressekontakt:

WWF World Wide Fund For Nature
Wiebke Elbe
Telefon: +49 (0)30 311 777 219
E-Mail: Wiebke.Elbe@wwf.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/6638/4520180
OTS: WWF World Wide Fund For Nature

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